Sie fragen sich, ob Sie in ein aktives oder passives Lautsprechersystem investieren sollten? In diesem Artikel erläutern wir die besonderen Eigenschaften und Leistungsmerkmale beider Lautsprechertypen, damit Sie eine fundierte Entscheidung darüber treffen können, welche Lösung Ihren Anforderungen am besten entspricht.
Vielleicht haben Sie schon von Aktivlautsprechern gelesen und sich gedacht: „Ist nicht jedes Lautsprechersystem aktiv? Schließlich ist es der Teil meiner Audioanlage, der elektrische Signale in Klang verwandelt.“ Nun ja, das stimmt – und zwar seit die Musikwiedergabe von einer Nadel in einer Rille, die mechanisch durch ein großes Akustikhorn verstärkt wurde, auf elektronische Verstärkung umgestellt wurde.
Das geschah bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts. In den 1920er-Jahren trieben diese Verstärker bereits Lautsprecher an, die wir heute wiedererkennen würden: mit einem elektromagnetischen „Motor“, der eine Membran oder Konus bewegt, um Luft in Bewegung zu versetzen und so Klang zu erzeugen.
Als Lautsprecher von einem einzelnen Treiber für die Wiedergabe des gesamten Frequenzbereichs zu separaten Einheiten für unterschiedliche Teile des Audiobereichs übergingen, wurde die direkte Verbindung zwischen Verstärker und Treiber durch die Einführung einer Frequenzweiche unterbrochen. Sie verteilt die Frequenzen an die Treibereinheiten, für die sie am besten geeignet sind.
Was sind Passivlautsprecher?
Das typische Merkmal eines Passivlautsprechers ist, dass er zum Betrieb eine externe Verstärkung benötigt und über eine passive, nicht verstärkte Frequenzweiche verfügt. Bei einem Zwei-Wege-Lautsprecher beispielsweise filtert die Frequenzweiche die Bässe aus dem Signal für den Hochtöner und die Höhen aus dem Signal für den Mittel-/Tieftöner.
Dadurch kann jede Treibereinheit innerhalb ihrer vorgesehenen Parameter arbeiten: Werden hohe Frequenzen an einen großen Tieftöner geleitet, beeinträchtigt dies die Klangqualität im Hochtonbereich, während kräftige Bässe an einem empfindlichen Hochtöner zu Fehlfunktionen und schließlich zu dessen Ausfall führen.
Mehr über Frequenzweichen
Das in jedem Bereich einer Frequenzweiche herausgefilterte „unerwünschte“ Signal wird als Wärme abgegeben. Das bedeutet, dass ein Teil des in den Lautsprecher eingespeisten Signals verloren geht, bevor es die Treiber erreicht. Ja, das ist etwas vereinfacht dargestellt, doch die Tatsache bleibt: Ein Passivlautsprecher erhält vom Verstärker ein Vollbereichssignal, und die von jeder Filterstufe entfernte unerwünschte Energie muss irgendwohin. Einige sehr große Lautsprecher, die für hohe Verstärkerleistungen ausgelegt sind, verfügen sogar über Konstruktionslösungen, um diese Energie abzuleiten und so einen Wärmestau im Lautsprecher zu vermeiden, der die Leistung der Frequenzweiche selbst beeinträchtigen kann.
In gewisser Hinsicht sind Passivlautsprecher dieser Art, die bis heute den Großteil aller Lautsprecherkonstruktionen ausmachen, daher ein Kompromiss: Ja, sie benötigen mehrere Treibereinheiten, um den vollständigen Audiofrequenzbereich wiederzugeben – manche verfügen über Treiber für höchste Höhen, Höhen, Mitten, Bässe und Tiefbässe. Das bedeutet jedoch auch, dass sie Frequenzweichen unterschiedlicher Komplexität benötigen, um das eingehende Signal aufzuteilen.
Dieser Kompromiss – die Abstimmung von Treibereinheiten und Frequenzweiche – wurde über viele Lautsprechergenerationen und Jahrzehnte der Forschung und Entwicklung immer weiter verfeinert. Ingenieure passen die Klangeigenschaften der Treiber an, um möglichst wenig eingreifende Frequenzweichen einsetzen zu können. Das bedeutet weniger Bauteile und somit geringere Signalverluste. Sehen wir uns die Unterschiede zwischen Passiv- und Aktivlautsprechern an.
Was ist ein Aktivlautsprecher?
Bei aktiven Konstruktionen befindet sich die Frequenzweiche vor der Verstärkung, die nun zusammen mit der aktiven Frequenzweichen-Elektronik in den Lautsprecher integriert ist. Das Signal aus dem übrigen System wird von aktiver Frequenzweichen-Elektronik mithilfe aktiver Filter in die verschiedenen Frequenzbänder aufgeteilt.
So wird sichergestellt, dass die Treiber in ihrem optimalen „Wohlfühlbereich“ arbeiten. Anschließend wird das Signal separaten Verstärkern für jede Treibergruppe zugeführt oder, in einigen Fällen, einzelnen Verstärkern für jede Treibereinheit. Ja, das bedeutet, dass mehr Verstärker erforderlich sind, doch zu den Vorteilen gehört die Möglichkeit, jeden Verstärker exakt auf die Anforderungen der von ihm versorgten Treibereinheit abzustimmen.
Ein Lautsprecher kann für seinen Bassbereich einen leistungsstarken Verstärker einsetzen, da größere und schwerere Treibermembranen mehr Energie benötigen, um bewegt und kontrolliert zu werden. Der Hochtonbereich hingegen mit seinen außergewöhnlich leichten Membranen, die die Luft mit vergleichsweise winzigen Bewegungen in Schwingung versetzen, profitiert am meisten von einer weniger leistungsstarken, aber agileren Verstärkersektion.
Das erklärt auch einen weiteren Vorteil aktiver Lautsprechersysteme gegenüber einer herkömmlichen Kombination aus Passivlautsprecher und externem Verstärker: Bei einem Verstärker, der Musiksignale über den gesamten Frequenzbereich liefert, können die Anforderungen kräftiger Bässe feine Mittelton- und Hochtonsignale überlagern. Das kann beispielsweise bei einer markanten Basslinie zu einem Verlust an Klarheit führen. Durch die Aufteilung des Signals vor der Verstärkung wird jeder Bereich eines Lautsprechers stets passend zu den Anforderungen des Musiksignals angesteuert.
Aktiv oder passiv?
Das heißt nicht, dass Passivlautsprecher – die, wie bereits erwähnt, den Großteil der verfügbaren Konstruktionen ausmachen – aktiven Lösungen in irgendeiner Weise unterlegen sind.
Tatsächlich ist die Lautsprecherentwicklung so weit fortgeschritten und das Zusammenspiel von Lautsprechern, Frequenzweichen und Treibern wurde mit modernsten Analysetools so gründlich untersucht, dass heutige konventionelle Passivlautsprecher mit hochwertigen Quellkomponenten und Verstärkern hervorragende Ergebnisse liefern. Aktivlautsprecher bieten zwar eindeutige theoretische Vorteile gegenüber passiven Konstruktionen, sind jedoch keineswegs eine universelle Lösung für jedes System.
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Neben den Vorteilen von Aktivlautsprechern sollte beachtet werden, dass solche Konstruktionen grundsätzlich geschlossene Systeme sind, da die gesamte Verstärkung in die Lautsprecher selbst integriert ist. Wenn Sie also zu einem späteren Zeitpunkt Ihre Verstärkung – oder Ihre Lautsprecher – aufrüsten möchten, sollten Sie berücksichtigen, dass dies den Austausch des gesamten aktiven Lautsprechersystems bedeutet. Für passionierte Systemoptimierer bietet ein herkömmliches System aus Passivlautsprechern mit externem Verstärker daher mehr Flexibilität.
Vereinfachen Sie Ihr System mit Aktivlautsprechern
Der aktive Weg bietet jedoch praktische Vorteile, nicht zuletzt durch die Möglichkeit, ein System zu vereinfachen und mehr Ordnung in Ihren Hörraum zu bringen. Da die Verstärkung in jeden Lautsprecher integriert ist, kann dieser beispielsweise über einfache Verbindungskabel an einen Vorverstärker angeschlossen werden – oder noch einfacher direkt an jede Quellkomponente mit Lautstärkeregelung, etwa einen Streamer oder Netzwerk-Audioplayer.
So reduziert sich die Anzahl der Geräte und die Wohnraumtauglichkeit des Systems steigt auf einen Schlag: Ein Streamer für die Musikwiedergabe von Internetdiensten und ein Paar Lautsprecher genügen für ein vollständiges Musiksystem. Ergänzen Sie die App-Steuerung für Ihren Streamer und sichtbar bleiben nur die Lautsprecher: Die übrige Elektronik kann für eine aufgeräumte, klare Optik außer Sichtweite untergebracht werden – ohne Kompromisse bei der Leistung.
Drahtlose Aktivlautsprecher
Gehen wir noch einen Schritt weiter: Die vollständige Integration der Verstärkung in die Lautsprecher macht aktive Konstruktionen zu einem naheliegenden Weg zu einem der heiligen Grale des Hi-Fi – dem drahtlosen Audiosystem. Integrieren Sie drahtlose Konnektivität in die Lautsprecher und nutzen Sie einen unauffälligen Hub, an den herkömmliche Audioquellen angeschlossen werden können und der auch Streaming-Funktionen übernimmt.
So benötigen Sie keine Lautsprecherkabel mehr und gewinnen mehr Freiheit bei der Platzierung der Lautsprecher im Raum. Natürlich benötigen Sie weiterhin Netzstrom für jeden Lautsprecher, doch der gesamte Audioteil des Systems kommt praktisch vollständig ohne Kabel aus – die alte Vorstellung eines Stapels schwarzer Geräte, die über durch den Raum verlaufende Kabel mit Lautsprechern verbunden sind, gehört der Vergangenheit an.
Einige High-End-Aktivlautsprechersysteme arbeiten zwar mit externen Frequenzweichen, die mehrere Verstärker versorgen, welche wiederum über mehrere Lautsprecherkabel mit speziell entwickelten Lautsprechern verbunden sind – ja, mehr schwarze Geräte und mehr Kabel. Der wahre Vorteil aktiver Lautsprecherkonstruktionen zeigt sich jedoch vielleicht am besten in der Freiheit, die drahtlose Technologie bietet.
Sie erhalten erstklassige Qualität dank der optimalen Abstimmung von Verstärker und Lautsprechertreibern sowie all die faszinierenden Details und die Kraft echten High-End-Hi-Fi – in einem System, das ebenso komfortabel zu bedienen wie stilvoll in Ihrem Raum ist. Das ist der echte Durchbruch, den drahtlose Aktivlautsprecher ermöglichen.
Vor- und Nachteile von Aktiv- und Passivlautsprechern
Passivlautsprecher bieten eine große Auswahl an Modellen; Lautsprecher oder Verstärker lassen sich einfach aufrüsten
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